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Einfluss von ausgehenden Links auf der eigenen Website auf das Ranking in den Suchergebnissen

Seit einigen Jahren verbreitete sich zunehmend die Meinung, dass Links auf andere Webseiten der eigenen Seite aus SEO-Sicht schaden könnten, beziehungsweise nur der Zielseite im Suchmaschinenranking helfen.

Immer wieder wird diese Ansicht als neueste SEO-Weisheit lautstark verbreitet. Eigenversuche und Aussagen von Google-Mitarbeitern bringen zu diesem Thema interessante Erkenntnisse.

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Im Gegensatz zu “Inbound Links“ senden “Outbound Links” Besucher weg von Ihrer Website. Dabei wird angenommen, dass die Performance der Quell-Seite des ausgehenden Links in Suchmaschinen beeinträchtigt wird, da sich ihre Power auf die Zielseite überträgt. Die Einstellungen gegenüber Outbound Links schwanken beträchtlich unter den Betreibern von Webseiten. Einige Webmaster verlinken noch gerne zu interessanten Webseiten, andere dagegen argumentieren, dass sich ausgehende Links nachteilig auf den PageRank / WebRank auswirken könnten.

Immer wieder findet man Webseiten, die unter anderem aufgrund dieser Einschätzung keinen Link nach außen enthalten. Zudem sind viele Webmaster der Meinung, dass durch ausgehende Links die Gefahr besteht Webseitenbesucher an andere Websites zu verlieren.

Outbound Links, also ausgehende Links von einer Website auf eine andere, sind die Grundlage für unsere heutige, vernetzte Onlinewelt. Diese Links waren und sind nicht nur für Suchmaschinen essentiel, um neue Websites zu finden und für die Suchergebnisse zu bewerten, sondern helfen auch den Webseitenbesuchern. Sie bieten nützliche Informationsquellen als Ergänzung zur aktuellen Webseite. Daher ist es notwendig, dass diese Links zu themenrelevanten und vertrauenswürdigen externen Seiten verweisen.

Es ist korrekt, dass ausgehende Links dazu führen können, dass User nicht wieder zur Quell-Seite zurückkehren und damit scheinbar verloren sind, dennoch sollte das Bedürfnis des Users im Vordergrund stehen, weshalb ausgehende Links für eine gute Qualität der Seite doch wichtig sind.

Mythen um Outgoing Links

Es gibt eine Menge Gerüchte über Links als Rankingfaktor. Viele SEOs und vor allem Pseudo-SEOs haben ihren Fokus auf Content und On-Page SEO gelegt und behaupten: „Links sind nach dem Pinguin-Update nicht mehr wichtig“, nur weil sie nicht bereit sind, sich an die ständigen Veränderungen anzupassen.

Bevorzugt Google Webseiten mit ausgehenden Links?

Die Frage nach einem besseren Ranking in Suchergebnissen aufgrund von positiven Outbound Links kursiert unter Suchmaschinen-Optimierern schon länger. Ende Mai 2017 stellte Google nochmals klar, dass es keinen Rankingsvorteil für Webseiten gibt, nur weil diese ausgehende Links auf vertrauenswürdige Websites, wie wikipedia.org oder cnn.com, enthalten. Laut Google würden Outbound Links die Qualität einer Webseite zwar steigern, wenn deren Zielseiten qualitativ-hochwertig und vertrauenswürdig sind, jedoch wäre keinerlei Rankingvorteil nur aufgrund dieser ausgehenden Links zu erwarten. Es ist demnach ein Irrglaube, dass es ausreicht derartige Links auf einer Webseite zu platzieren, um in den Top-Suchergebnissen gefunden zu werden.

Sinnhaftigkeit von Outgoing Links

Aus meinen Analysen über viele Jahre ergibt sich, dass die meisten Links der Webseite mehr Schaden als Nutzen bringen. Auch Johannes Müller von Google sieht das so und sagt das auch ganz deutlich in diesem Hangout vom Februar 2015:

https://www.youtube.com/watch?v=9h1t5fs5VcI#t=3340

Anfang Juli 2017 gab Google bekannt, dass es keine Penaltys für Websites ohne Outbound Links geben wird. Johannes sagte dazu in den Google Webmaster Office Hours:

"Es gibt definitiv keinen Penalty für nicht nach außen verlinkende Webseiten."

Und Links sind doch wichtig!

Die Tatsache, dass Links wichtig sind, wurde auch von Andrey Lipattsev in diesem Video im März 2016 wieder bestätigt:

“Links und Content sind immer noch DIE Rankingfaktoren für Google“.

Und wir hören das hier nicht von den "Webmaster Relations" (also der PR-Abteilung), sondern von einem Techniker, der es wissen muss. Google bestätigt immer wieder, dass Links Rankingfaktor Nr.1 sind, gleich neben gutem Content. Für Google sind Links offensichtlich sehr wichtig und daher sollten Sie Webseiten-Betreibern auch wichtig sein.

Johannes Müller verrät uns mit seinen Aussagen zwischen den Zeilen, dass beim Linkaufbau mehr Kompetenz gefordert ist. Das Internet ist voll mit schlechten Links. Solche, mit wenig Themenrelevanz und eher mit quantitativen- als qualitativen Zielen, gehören alles andere als zu einem natürlichen Linkbuilding. Ein gesundes Linkbuilding ist also weiterhin nicht schädlich.

Gibt es ein Limit an ausgehenden Links auf einer Unterseite?

Bis 2008 gab es in den Webmaster Guidelines die 100-Links Regel. Diese besagt, dass pro Unterseite nicht mehr als 100 externe Links vorhanden sein sollten. Diese Regel ist inzwischen nicht mehr aktuell. Seit der letzten Aktualisierung der Webmaster Guidelines im Januar 2016 wird inzwischen von “einigen Tausend“ gesprochen.

Worauf Sie bei Outgoing Links achten müssen

  • Links auf externe Seiten sollen dem Webseitenbesucher einen zusätzlichen Mehrwert zu dem beschriebenen Thema bieten.
  • Setzen Sie keine Outgoing Links zu negativ-bewerteten oder abgestraften Spam-Webseiten.
  • Auffällige Häufigkeit von Keyword-Ankertexten, wie “Hotel Salzburg“ oder “SEO München“ werden von Google rasch als Spam-Link eingestuft werden.
  • Setzen Sie keine Links mit dem Attribut "rel=nofollow". Wenn Sie nicht möchten, dass Suchmaschinen-Bots den Link nutzen, wird es auch keinen Grund geben, dass Seitenbesucher ihn nutzen. Verzichten Sie dann lieber auf den Link.
  • Gleiches gilt für Links, die auf Webseiten weiterleiten, die von der robots.txt blockiert werden.
  • Vermeiden Sie 404er (Tote Links).

Der 404er

Das Internet ist sehr lebendig und Inhalte können sich ändern oder komplette Domains den Besitzer wechseln. Darum ist es ratsam die Outbound Links regelmäßig zu überprüfen. Link zu einer 404 Seite sind aus Usability-Sicht eine Katastrophe. Überprüfen Sie daher regelmäßig Ihre Website und achten Sie auf 404 oder andere Fehler.

Bei jeder größeren Website wird es auch in Zukunft immer wieder 404er geben. Versuchen Sie jedoch die Anzahl mit vertretbarem Aufwand auf ein Minimum zu reduzieren. Johannes Müller sagt zu diesem Thema:

“404 Fehler bis zu einem gewissen Ausmaß ergeben keine Penalties beim Ranking, werden aber als Kriterium für die Bewertung der Qualität der Webseite herangezogen.”

In diesem Zusammenhang wäre natürlich zu hinterfragen, was ein gewisses Ausmaß konkret bedeutet. Sicher ist, dass bei Maßnahmen von Google nicht mehr wie noch vor einigen Monaten die gesamt Website herabgestuft wird, sondern nur mehr die betreffende Teile. Daher mein Tipp: Beheben Sie Fehler des Typs "Nicht gefunden" für wichtige URLs mit 301-Weiterleitungen. 404-Fehler (Nicht gefunden) sind zwar normal, Sie sollten jedoch folgende Fehler beheben:

  • Fehler für wichtige Seiten, die mit anderen Websites verknüpft sind
  • Fehler bei älteren URLs, die in Ihre Sitemap aufgenommen, aber seitdem gelöscht wurden
  • Fehler aufgrund von falsch geschriebenen URLs für wichtige Seiten
  • Fehler bei URLs beliebter Seiten, die nicht mehr auf Ihrer Website existieren

Wenn Sie diese Fehler beheben, sind wichtige Informationen leicht für Google und Ihre Webseitenbesucher zugänglich.

Weiterleitungen sind Outgoing Links

Nicht vergessen! Auch Weiterleitungen, unabhängig ob 301, 302 oder 307 etc. sind nichts anderes als Outgoing Links! Wer noch Bedenken hatte, dass 301-, 302- oder sonstige 30x-Redirects der Seite Ranking-Verluste bescheren würden, kann jetzt, nach einem Tweet von Googles Webmaster-Trend-Analyst Gary Illyes, aufatmen. Seine einfache Ansage lautet:

„30x-Redirects verlieren keinen Pagerank mehr“

Demnach scheinen sich die Andeutungen verschiedener Google-Mitarbeiter endgültig zu bestätigen. Noch 2010 war ein negativer Effekt von Redirects auf den Pagerank nachweisbar. Schon 2013 sagte Googles SEO-Guru Matt Cutts, dass zumindest 301-Redirects keine besonderen Ranking-Verluste nach sich ziehen würden, sondern einen ähnlichen Effekt wie einfache gesetzte Links hätten. Cutts hatte dabei aber nicht 302-Redirects angesprochen, sodass sich SEOs in dem Fall nicht sicher sein konnten.

Im März 2017 hatte Google-Analyst John Mueller über den Kurznachrichtendienst Twitter angemerkt, dass sich neben 301- auch 302-Redirects nicht negativ auf das Ranking auswirken würden, anders als dies vielleicht früher der Fall gewesen sei. Konkret hieß es in dem Tweet:

„Es gibt immer noch Verwirrung zu den 302/301-Redirects; 302er sind kein Problem.“

Auch die sitemap.xml hat viele Outgoing Links

Eine Sitemap ist eine Datei mit einer Liste von Webseiten auf Ihrer Website, die Sie für Web-Crawler wie den Googlebot erstellen können. Obwohl die meisten Web-Crawler alle Dateien auf Ihrer Website finden und erfassen können, kann das Crawling durch eine Sitemap unterstützt werden. Außerdem können Sie mit einer Sitemap Metadaten bereitstellen, um beispielsweise anzugeben, wie oft sich die Inhalte auf einer Seite ändern, und damit einen Hinweis darauf zu liefern, wie oft die Seite gecrawlt werden sollte. Zusätzlich ermöglicht eine Sitemap es Ihnen, Details zu Inhalten anzugeben, die von Suchmaschinen schwierig zu parsen sind, wie Video- oder Bildinformationen.

Aktualisieren Sie Ihre Sitemaps. Entfernen Sie alte URLs aus Ihren Sitemaps. Wenn Sie neue Sitemaps hinzufügen, um ältere zu ersetzen, stellen Sie sicher, dass Sie diese auch wirklich löschen, anstatt eine Weiterleitung zu den neuen einzurichten.

Der hreflang Tag - Der oft unterschätzte Outgoing Link

Viele Websites wenden sich an Nutzer auf der ganzen Welt. Aus diesem Grund werden die Inhalte für bestimmte Regionen übersetzt oder darauf ausgerichtet. Mithilfe der Attribute rel="alternate" hreflang="x" kann Google Nutzern die URL für die korrekte Sprache und Region bereitstellen.

Bei der Verwendung der hreflang-Anmerkung ist es wichtig, die bidirektionale Verlinkung nicht zu vergessen. Dies bedeutet, dass alle gleichwertigen Inhalte jeweils untereinander verlinkt werden müssen. Nur so kann Google die Netzwerkarchitektur der Website verstehen. Wird die hreflang-Anmerkung nur “in eine Richtung” gesetzt, ist die Struktur gebrochen und aus Sicht von Google nicht gültig. Wichtig: Vergewissern Sie sich, dass der verwendete hreflang-Wert tatsächlich gültig ist. Achten Sie besonders auf die beiden häufigsten Fehler:

  • Fehlende Bestätigungslinks: Wenn Seite A auf Seite B verweist, muss Seite B zurück auf Seite A verweisen. Falls dies nicht für alle Seiten mit hreflang-Annotationen der Fall ist, werden die Annotationen möglicherweise ignoriert oder nicht richtig interpretiert.
  • Falsche Sprachcodes: Vergewissern Sie sich, dass in allen verwendeten Sprachcodes die Sprache einer alternativen URL im Format ISO 639-1 und optional auch die Region im Format ISO 3166-1 Alpha 2 festgelegt wird. Die Angabe der Region allein ist nicht gültig.

Outgoing Links und die Search Console

Das Google die Outgoing Links als wichtig betrachtet kann man auch daran erkennen, dass Google in der Search Console diesem Thema mehrere Bereiche widmet.

Der Bereich Sicherheitsprobleme

Google informiert den Webmaster bei Bedarf sehr umfangreich:

Erscheint diese Meldung auf der Seite "Manuelle Maßnahmen", hat Google auf Ihrer Website unnatürliche, betrügerische oder manipulative externe Links gefunden.

Aus diesem Grund hat Google eine manuelle Spam-Maßnahme an den betroffenen Teilen Ihrer Website vorgenommen. Maßnahmen, die Ihre komplette Website betreffen, sind unter Übereinstimmungen auf der ganzen Website aufgeführt.

Maßnahmen, die nur einen Teil Ihrer Website und/oder einige auf Ihre Website verweisende Links betreffen, sind unter Teilübereinstimmungen aufgeführt.

Sitemaps in der Search Console

Auf der Zielseite des Sitemaps-Berichts sehen Sie eine Liste der Sitemaps, die Sie bei der Search Console eingereicht haben. Die Liste enthält nur Sitemaps, die Sie über dieses Tool eingereicht haben. Der Bericht umfasst keine Sitemaps, die über andere Wege, zum Beispiel in einer robots.txt-Datei oder per google.com/ping, bereitgestellt wurden. Klicken Sie auf eine Sitemap in der Tabelle, um weitere Informationen zu sehen, einschließlich Fehlern. Falls es sich bei der Datei um einen Sitemap-Index handelt ‒ also eine Containerdatei, die auf mehrere Sitemaps verweist ‒ erscheint eine Liste der Sitemaps in dieser Indexdatei, wenn Sie darauf klicken.

Fehler in der sitemap.xml werden in diesem Bereich angezeigt:

Internationale Ausrichtung

Im Abschnitt Sprache auf der Seite für die internationale Ausrichtung finden Sie eine Übersicht über Fehler in den hreflang-Links auf Ihrer Website. Wenn Sie hreflang-Tags angeben, findet Google diese auf Ihrer Website und crawlt die URLs, auf die in den Tags Bezug genommen wird. Nach dem Crawlen werden Fehler auf den Ursprungsseiten und fehlende zurückverweisende Links auf den Zielseiten protokolliert.

Haftung für Links auf fremde Seiten

Zwar ist dieses Thema nicht unmittelbar SEO-Relevant, sollte aber in dieser Betrachtung trotzdem nicht vergessen werden.

Wer als gewerblicher Betreiber einer Webseite – und das ist schon, wer nur seine Tagebucheinträge online stellt und auf der Seite Werbebanner einbindet – einen Link setzt, ist verantwortlich. Nicht nur für den Link, sondern auch für das, was sich auf der verlinkten Webseite insgesamt befindet.

Wird auf urheberrechtlich geschützte Werke (z.B. Computerprogramme, Datenbanken, Grafiken, Fotos, Filme, Musik, Texte und/oder Videos) verlinkt, so ist es aufgrund des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) unzulässig, die Inhalte durch einen Link einem neuen Publikum zugänglich zu machen.

Weiterführende Informationen finden sie auf der folgenden Seite:

Landgericht Hamburg - Webseiten-Betreiber haftet für verlinkte Inhalte

Fazit

Ausgehende Links sollten in erster Linie einen Mehrwert für den User bieten, weshalb sie für ein positives Nutzererlebnis wichtig sind. Darum sind sie auch für Suchmaschinen ein essenzieller Bestandteil im Bewertungsprozess von Websites. Aus diesem Grund sind ausgehende Links auf externe Websites nicht nur ein neuer Wegweiser für die Crawler, sondern auch ein Signal für positive User Experience, da man den Besucher der Website weitere Informationen zur Verfügung stellt.

Outbound Links sind also nicht negativ für die eigene Website und deren Suchmaschinenoptimierung, sondern haben in der Regel den gegenteiligen Effekt. Themenbezogene, ausgehende Links auf "wertvolle", sprich themenverwandte Seiten können über den Website-Trust einen indirekten, wenn auch geringen positiven Einfluss auf das Ranking in den SERPs erreichen.

"Aus meiner Sicht sind Outgoing Links erst ein Thema, wenn man seine SEO-Hausaufgaben erfolgreich erledigt hat. Wie wir aber alle wissen, ist gerade das eine große Herausforderung ;-)"

Peter Pfaffenbauer

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